Corona und die Angemessenheit der Maßnahmen

Ich habe lange überlegt, ob ein eher politischer Artikel hier hineinpasst. Aber immerhin wird unser Lifestyle ganz gewaltig verändert durch die Maßnahmen gegen Corona. Ich schicke voraus, dass Covid19 eine üble Krankheit ist, die ich weder bekommen möchte, noch sie anderen wünsche.
Aber sind die Coronaviren so viel schlimmer als andere Grippeviren? Dazu wird viel mit der hohen Sterblichkeit argumentiert.

Übersterblichkeit

Schauen wir uns einmal an, wie Übersterblichkeit verlautbart wird:

Übersterblichkeit: Erhöhte Sterblichkeit in Deutschland – 46 Prozent mehr Tote in Sachsen – WELT

Meist wird in den Schlagzeilen ein irgendwie in dem Zusammenhang stehender höchster Wert herausgegriffen und mit diesem Panik verbreitet. So wird hier beispielsweise suggeriert, dass die erhöhte Sterblichkeit in Deutschland in etwa so großer Höhe wie die angeblich 46 Prozent in Sachsen sein soll. Es gibt viele ähnliche Beispiele.

Selbst Statista veröffentlicht folgende Graphik:

Abruf bei Statista.de am 8.1.2021

Wieso ist diese Darstellung falsch? Hier wird ein Mittelwert von willkürlichen 4 Jahren verwendet. Dieser besitzt aber überhaupt keine Aussagekraft. Richtigerweise wird die gegenüber Deutschland geringe Anzahl von Toten in Schweden in Relation zur Einwohnerzahl gesetzt. In den Sterblichkeitsvergleichen hier wird aber nicht unterschieden, dass die Einwohnerzahl 2016 in Deutschland noch wesentlich geringer war als in 2020. Und vor allem wird die Altersstruktur nicht berücksichtigt, die sich gewaltig in den letzten Jahren geändert hat. Die über 80-Jährigen haben stark zugenommen. Das Weglassen von entscheidenden Einflussgrößen beruht vermutlich nicht auf Dummheit, sondern auf Absicht.
Aber es gibt auch Wissenschaftler, die die Zahlen richtig darstellen und interpretieren, demnach gibt es dann auch keine ausgeprägte Übersterblichkeit:

codag-bericht-4.pdf (uni-muenchen.de)

Das einzige, das ich hier zu kritisieren habe, ist, dass die Zahlen der Corona-Toten einfach so aus anderen Quellen übernommen werden. Dabei wurde durch Obduktion vielfach festgestellt, dass es sich bei den offiziellen Zahlen nicht immer um Corona-Tote handelt, sondern nur um Personen, die mit Corona gestorben sind. Deutsche Pathologen haben überprüft, dass bei nahezu einem Viertel der angeblich Corona-Toten nicht Corona wesentliche Todesursache war (Covid-19-Todesfälle: Ein Drittel hatte Corona im Gehirn | MDR.DE). Dazu kommen die Unfallopfer, Verbrechensopfer und Selbstmörder, die offiziell auch als Corona-Tote gezählt wurden, wenn die Person den Virus in sich trug – selbst wenn es keine Symptome gab. Wenn man mehr obduziert hätte, wäre man zu genaueren Ergebnissen gekommen. Der Hamburger Dr. Püschel hat immer noch am Meisten obduziert: Er hatte bereits im April 2020 herausgefunden, dass von 65 Corona-Toten 65 erhebliche Vorerkrankungen hatten, die früher oder später auch zum Tod geführt hätten.
Professor Benjamin Ondruschka, Leiter der Rechtsmedizin am UKE in Hamburg, erklärte am 19.12.2020 gegenüber der dpa, das Durchschnittsalter der Todesfälle sei nicht gesunken. Es liege weiterhin bei 82 Jahren. Bei einer aktuellen Lebenserwartung von nur 81 Jahren, oder auch einer, die nicht über 83 hinausgeht (bei aktuell 60-jährigen) kann es schon rein mathematisch nicht sein, dass Corona-Tote im Durchschnitt 10 Lebensjahre verloren hätten, wie zum Teil behauptet wird.

Durch das Herausgreifen von Einzelfällen wird immer behauptet, Corona betrifft auch Jüngere. Das ist richtig, aber kaum in einem Maße, das normale Grippen übersteigt. Das zeigen die Zahlen des statistischen Bundesamts und die obige Studie eindeutig. Bei den unter 60-Jährigen ist eine markante Untersterblichkeit festzustellen.

Statt die Älteren, die über 80-Jährigen, vor allem in Heimen und Krankenhäusern wirksam zu schützen, werden wir alle durch Lockdowns reglementiert, obwohl das kaum Auswirkungen auf die zu schützende Gruppe hat. Auf der anderen Seite haben viele Heimbewohner in diesem Alter gar keine Freude mehr am Leben, wenn sie nicht mal mehr Besuche erhalten. Der Wille zu leben ist entscheidend im hohen Alter für das Überleben. Nicht wenige geben ihn in diesen Zeiten auf, so dass auch dadurch eine Übersterblichkeit in den sehr hohen Jahrgängen erklärt werden kann.

Intensivbettenbelegung

Viele wenden ein, dass es nicht genug Intensivbetten gibt, so dass die Krankenhäuser an ihrer Belastungsgrenze stehen und mehr Tote zu erwarten wären. Schauen wir uns die Intensivbettenbelegung einmal genauer an. Immerhin ist es eine Leistung von Gesundheitsminister Spahn, dass seit letztem Jahr diese Zahlen überhaupt erst erhoben werden:

Wie man sieht, ist die Belegung das ganze Jahr über bis auf kleinere Schwankungen gleich geblieben bei ca. 20.000 belegten Betten. Die Notfallreserve wurde aber reduziert und vor allem die zur Verfügung stehenden Betten. Ganze Krankenhäuser wurden 2020 geschlossen. Von hoch angespannter Lage kann also keine Rede sein, obwohl man dies nach den ganzen Horrormeldungen im Fernsehen erwarten müsste. Das heißt nicht, dass es einzelne Beispiele gibt, bei denen das anders aussieht. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
Wir müssen uns nichts vormachen, am Gesundheitssystem ist in den letzten Jahren eingespart worden. Ob das in einem angemessenen Maße passiert ist, sei dahingestellt. Aber es ist doch klar, dass viele der Ärzte und Personen des Pflegepersonals jetzt die Chance ergreifen, auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Darstellung in den Medien ist deshalb aktuell überhöht, obwohl die Situation auch in den letzten Jahren nicht besser war. Nur da bekam der Sektor nicht die heutige Aufmerksamkeit.

Corona-Maßnahmen

ich möchte jetzt zu den Maßnahmen kommen. Wir merken alle, dass hier in einem hohen Maße improvisiert wird. Mal waren es die absoluten Zahlen, mal die R-Werte, dann die Inzidenz, welche Grundlage für Maßnahmen waren. Mal hieß es, ein Inzidenzwert von 50 darf nicht überschritten werden, mal war auch 25 zu viel. Die positiven Testungen hängen aber natürlich auch mit der Anzahl der Tests zusammen. Während im Frühjahr letzten Jahres die Quote der unentdeckten Infektionen bei dem 3 bis 10 fachen lag, werden mittlerweile zum Teil mehr als drei Mal so viele Testungen durchgeführt, so dass naturgemäß in gleichem Maße die Zahl der Positiv-Ergebnisse steigen. Wenn das – wie immer zu Grippezeiten im Winter – noch mehr sind, dann ist das ganz normal. Wie man sieht, kann die Ansteckung auch nicht durch Lockdowns aufgehalten werden. Selbst in Ländern mit noch strengeren Lockdowns steigen die Zahlen. Während im Sommer – ohne Lockdown – kaum Ansteckungen vorkamen – selbst bei großen Demos ohne Masken nicht, verhindern im Winter selbst Lockdowns steigende Infektionszahlen nicht. Nicht zuletzt spielt dabei auch das Immunsystem eine große Rolle. Masken haben definitiv keine positive Auswirkung auf das Immunsystem, sondern frische Luft.
Die Maßnahmen, die Teile unserer Wirtschaft, sondern auch unsere Schulen zum Erliegen bringen, sind definitiv nicht angemessen. Wenn eine ganze Generation von Schülern erhebliche Lücken beim Lernen aufweist, dann sind die Spätfolgen davon noch gar nicht klar, genauso wenig wie die Folgen der exorbitanten Schulden – vor denen immer gewarnt worden war.
Viel mehr will ich zu den teilweise sich sogar widersprechenden Maßnahmen nicht sagen. Wir können noch froh sein, dass wir einen föderalen Staat haben, denn wenn nach den gemeinsamen Runden der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin Ergebnisse verkündet werden, dann erfolgt anschließend meist noch eine Überprüfung in den Ländern. Diese haben die Maßnahmen häufig noch abgemildert oder sind sogar wieder ausgeschert aus der Gleichmacherei. Darüber können wir immerhin froh sein, denn nur mit einem regionalen Prinzip kann man adäquat auf die unterschiedlichen Infektionsherde antworten.

Impfungen

Ich bin nicht der Auffassung, dass wir zu wenig Impfstoff eingekauft haben. Als die Käufe getätigt werden mussten, hat die EU für Deutschland so viel Impfstoff eingekauft, dass jeder Deutsche mehrfach geimpft werden könnte. Da man noch nicht wusste, welche Impfstoff die Zulassung erhält, hat man das Risiko verteilt und deshalb insgesamt eine zu große Menge bestellt. Das war vernünftig. Allenfalls hätte man nach Kenntnis der erfolgreichen Impfstoffe von diesen noch weitere Dosen ordern können. Aber das Problem liegt nicht darin, dass wir zu wenig Impfstoff eingekauft hätten, sondern daran, dass der eingekaufte nicht schnell genug zur Verfügung steht. Das kann man dem Gesundheitsminister nicht in die Schuhe schieben, weil nur eine begrenzte Zahl Impfstoff vorproduziert wurde, und Deutschland natürlich nur einen Teil davon erhält. Dass dieser Teil allerdings geringer ist als der beispielsweise von Israel muss aber verwundern. Da dürfte auf EU-Ebene etwas schief gelaufen sein. Nicht nur die Menge wäre bei den Verhandlungen wichtig gewesen, sondern auch die Liefertermine. Vielleicht musste deshalb die EU nur einen geringen Preis im Gegensatz zu anderen Ländern zahlen.

Aber wenn in den nächsten Tagen der zweite Impfstoff zur Verfügung steht und dann der dritte usw. dann werden wir mehr als genug haben. Überraschend ist, dass selbst beim Pflege- und Ärztepersonal nur etwa die Hälfte der Personen sich überhaupt impfen lassen wollen. Wobei so überraschend ist das auch wieder nicht, denn ich erinnere mich an eine Plasberg-Sendung mit dem Thema der normalen Grippe, in der die Runde gefragt wurde, wer sich regelmäßig gegen die Grippe impfen lässt. Nur die zwei hochrangigen Mediziner in der Runde ließen sich nie impfen. Als Fachleute werden sie wissen warum.

Bei dem Corona-Impfstoff handelt es sich sogar um einen ganz neuartigen, für den es noch keine mittelfristigen Erfahrungen gibt, geschweige denn Langzeitstudien. Man wird sehen, dass die Impfbereitschaft nicht so groß sein wird, dass man absolute Herdenimmunität erhält. Außerdem wird auch ein Teil der Geimpften noch erkranken. Aber ist das ein Problem? Die Abwägung von verschiedenen Risiken sollte jedem Einzelnen überlassen werden, dies sollte nicht der Staat vorschreiben.

Freiheit und Ethik

Der Staat hat nämlich diese Abwägung von unterschiedlichen Risiken und Szenarien gar nicht vorgenommen. Die Beamten, die das tun wollten, hat man schnell entfernt und mundtot gemacht. Immer mehr Verbote werden ausgesprochen, die die Freiheit des Einzelnen und sogar dessen Grundrechte wie zum Beispiel die Versammlungsfreiheit oder die Berufsfreiheit erheblich einschränken. Dabei wird adhoc in Gesprächsrunden entschieden, aber nicht abgewogen, ob die Maßnahmen und Verbote nicht schlimmere Auswirkungen haben, als ohne sie eingetreten wären. Freiheit heißt auch freie Entscheidungen: Am Beispiel Schweden sieht man, dass auch Empfehlungen nicht zu schlechteren Entwicklungen geführt haben. Auch dort gibt es kein völlig überlastetes Gesundheitswesen, obwohl man auch dort die Alten hätte besser schützen können. Darf der Staat aber überhaupt jemandem vorschreiben, das sein Risiko auf einen früheren Tod reduziert wird, er im Gegenzug dafür keine Kontakte zu seinen Mitmenschen mehr haben darf? Wer sich selbst schützen will, kann das tun, in dem er Abstand hält und Maske trägt. Aber darf der Staat das auch denen verbieten, die bewusst im Einvernehmen miteinander keinen Abstand halten wollen? Warum soll das auf den Haushalt beschränkt sein? Können Beziehungen zu einem fremden Haushalt für manche Menschen nicht genau so wichtig oder sogar wichtiger sein? Darf der Staat diese Menschen durch diese Verbote diskriminieren? Wäre dann nicht auch ein Verbot beispielsweise vom Skifahren wegen der hohen Verletzungsgefahren zu erwägen?

Wichtig sind darüber hinaus auch noch andere Alternativen. Wie viele Menschen hätte man mit dem in die Hand genommenen Geld vor dem Tod bewahren können, wenn man es gegen Krankenhauskeime oder für die Versorgung von Herz/Kreislauf-Patienten oder für die Früherkennung von Krebs eingesetzt hätte? Wie viele Menschen hätte man in Afrika vor dem Hungertod retten können?
Sind die von Corona bedrohten Menschen wichtiger als andere Kranke? Ist es nicht sogar sehr egoistisch von uns in Europa, wenn durch die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen in der Dritten Welt Millionen Menschen in die Armut getrieben werden und verhungern?

Resumee

Nicht nur an den Widersprüchen der Maßnahmen bemerkt man also, dass diese in der Mehrheit nicht angemessen sind. Erfreulich immerhin, dass die Maßnahmen von Gerichten überprüft werden und einige vor diesen nicht bestehen. Das heißt aber nicht, dass die anderen, die bestehen, richtig sind. Sie sind lediglich rechtlich nicht angreifbar. Der Staat darf nämlich einiges. Wir werden ja auch durch Verkehrskontrollen an Nichtunfallschwerpunkten abgezockt, mit Steuern drangsaliert, deren Ausgestaltung keiner mehr versteht, falls er nicht jahrelang Steuern studiert hat. Wir werden mit EEG Umlagen für unsinnige und unwirtschaftliche Energieerzeugung belastet, für Strom der zum Teil ins Ausland verschenkt wird und den wir als Atomstrom wieder teuer zurückkaufen müssen.
Die Corona-Grippe kommt zu einer Zeit, in der die individuelle Freiheit sowieso schon von vielen Seiten angegriffen wird. Es wird verordnet, welche Energiearten genutzt werden sollen, die Art des Antriebs der Autos wird vom Staat ausgewählt. Belege müssen gedruckt werden, weil der Staat bei jedem Selbständigen erst mal von einem Steuerbetrüger ausgeht. Unwahrscheinlich viele Vorschriften werden auch aus Brüssel gemacht. Eine Reglementierungswut hat die viele echte Europäer an Europa verzweifeln lassen. Das Streben nach Freiheit und Erfolg wird zunehmend als asozial angesehen. Wir müssen entscheiden, ob wir so eine Gesellschaft wollen, in der der Staat alle Entscheidungen für das Individuum trifft. Im Osten Deutschlands haben die Menschen schlechte Erfahrungen damit gemacht, deshalb herrscht dort auch die größte Angst, dass es wieder so werden könnte. Es darf jedenfalls nicht dazu kommen, dass sich demnächst die Frage nach unterschiedlichem Lifestyle gar nicht mehr stellt, weil der Staat ihn verordnet.

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